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Junioren-Leistungskader-Osterlehrgang 2010

Gruppenfoto im OlympiastadionEin umfangreiches und hochwertiges Programm bekamen die Teilnehmer des Osterlehrganges geboten. Jonas Retzlaff und Tim Horacek berichten. Am 27. März war es wieder einmal soweit, der diesjährige Osterlehrgang, ein Förderungslehrgang des Berliner Fußball-Verbands stand an. In diesem Jahr setzten sich die etwa 40 Teilnehmer aus jeweils einem Vertreter aus jedem Landesverband, zwei Vertretern aus österreich und einem aus den Niederlanden, sowie fast des gesamten Junioren-Leistungskaders zusammen.

Bundesliga zu Beginn

Um 9:30 Uhr trafen wir Berliner im Landesleistungszentrum Am kleinen Wannsee ein, um die letzten Absprachen und Vorbereitungen für diesen Lehrgang zu treffen. Im Laufe des Vormittags traf ein großer Teil der Gäste ein, nach der Zimmereinteilung galt es, die Zeit zum ersten Kennenlernen zu nutzen. Um 12:30 Uhr stärkten wir uns mit einem reichhaltigen Mittagessen, um dann im direkten Anschluss Richtung Olympiastadion zu fahren, wo wir gemeinsam die Bundesligapartie Hertha gegen Dortmund ansahen.

Nach der erneuten Ankunft im LLZ trafen wir uns im Konferenzraum. Nachdem der Lehrgang nun offiziell von der Lehrgangsleitung, bestehend aus Uwe Specht, Jens May und Robert Trappl, und Gerhard Müller eröffnet wurde, beantworteten die JLK-Sprecher den Gästen in Präsentationsform, was der Junioren-Leistungskader ist und wie er funktioniert; darauf folgte eine Vorstellungsrunde.

Jahresregeltest und Spielbeobachtung

Am Sonntag stand der Jahresregeltest, den alle mit mehr oder weniger guten Ergebnissen bestanden, als erster Programmpunkt an. Nach dem Mittagessen ging es zum Sportplatz von TeBe, wo wir uns das A-Junioren-Bundesligaspiel Tennis Borussia gegen Holstein Kiel ansahen. Später in der Sportschule werteten wir dieses Spiel gemeinsam mit dem Beobachter des Spiels, Jörg Toschek, unter den Gesichtspunkten »Spiel erkennen/bewerten/leiten und richtige Lenkungsentscheidungen treffen«, aus. Am Abend hielt Inka Müller einen Vortrag zum Thema »Spielpause = Ruhepause für den Schiedsrichter?«

Lauftest und Regeneration

Der Montag begann um 8:30 Uhr mit dem Frühstück .Anschließend stand die erste sportliche Prüfung, der Coopertest an. Auch dieser Test wurde von allen Teilnehmern souverän gemeistert.
Nachdem wir uns beim Mittagessen stärken konnten, stand Regeneration auf dem Programm, dazu wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe führte unter der Leitung von Robert Trappel einen Regenerationslauf durch den umliegenden Wald durch, die andere Gruppe konnte eine etwas andere Form der Regeneration genießen: eine von Jens aufgelegte CD mit Regenerationsübungen lud zur Entspannung ein. Später kam Peter Gabor in die Sportschule, um mit uns die Bundesliga Partie Wolfsburg gegen Nürnberg auszuwerten.

Der Abend wurde von den meisten zum Kickern oder zum Fußballspielen in der Halle genutzt.
Am Dienstag klingelte der Wecker bei einigen (zum wiederholten Male) schon früher. Diejenigen unter uns, die gänzlich ohne Schlaf auszukommen schienen, trafen sich nämlich mit Robert und Jens bereits um 6:15 Uhr zum Joggen. Aber auch für uns andere »normalen« begann dieser morgen etwas früher, da wir bereits um 7:45 Uhr frühstückten.

Volles Programm

Mehr oder weniger wach begaben wir uns daraufhin zum Fußballplatz, wo uns bereits Henry Rehnisch, Verbandstrainer des BFV, erwartete. Nach einer kleinen Taktikschulung und einem Turnier – viele wissen jetzt, warum sie Schiedsrichter geworden sind – ging es schnurstracks zurück ins LLZ, wo uns Daniel Siebert mit aktuellen LLZ-Videoszenen, Karl-Heinz Wanke mit einem Vortrag über das Aufwärmen zur Vorbeugung von Verletzungen, Lutz Wagner mit einer Stellungsnahme zu Hertha gegen Dortmund und weiteren lehrreichen Beispielen, die die leider ausgefallene Verhaltensschulung zum Teil ersetzen konnten, und schließlich Felix Zwayer mit einem Vortrag über die Zusammenarbeit zwischen Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistenten den Tag gestalteten und uns viele nützliche Informationen mit auf den Weg gaben.

Führung durch das Olympiastadion

Der Mittwoch ging nach dem Frühstück sportlich los. Jens trainierte unsere Kondition und Koordination durch Strafraumläufe und allerlei anderem. Nach dem Training begaben wir uns erneut Richtung Olympiastadion, wo uns eine Führung erwartete. Nach dieser Führung wurden uns sage und schreibe sechseinhalb (!) Stunden Freizeit gewährt. Die einen gingen shoppen, die anderen gingen sich unter der Leitung von Jens die Stadt ansehen, wieder andere verschlug es nach Hause und wieder andere, verbrachten den Tag ganz individuell gestaltet. Mehr oder weniger pünktlich um 22:30 Uhr eintreffend vertrieb man sich den restlichen Abend dann mit Kickern, Fußballspielen oder Pokern.

Wettbewerbsspiele

Dem Donnerstag sah man mit gemischten Gefühlen entgegen. Zum einen voller Freude auf ein gemütliches Ausklingen des Lehrganges bei gegrilltem Fleisch, Spielen und – man höre und staune – der ein oder anderen (erlaubten) Flasche Bier, zum andern mit der Gewissheit, dass sich eine wunderbare Woche dem Ende neigte. Zunächst stand aber ein kleiner Wettbewerb an. Wieder in Gruppen, diesmal zu acht, hieß es, verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Es gab einen Parcour in der Halle, ein Regelpuzzle, ein Torwandschießen, es galt schwierige Abseitsentscheidungen zu treffen, die auf Video festgehalten wurden, ein Kastenlauf über 800 Meter war zu absolvieren (ohne die Flaschen auszutrinken) und am Ende standen auch die Sieger fest: Das Team um Sven hatte zwar nicht die meisten Punkte (da war die Gruppe um Christoph noch gleich auf), allerdings beim Parcour mehr Körbe erzielt und konnten so die Preise – T-Shirts des Vereines »Red Bull Salzburg« – entgegennehmen.

Nach dem Wettbewerb hieß es noch einmal alles geben und den FIFA-Test bestehen. Dies taten dann auch alle mit Bravour, und so konnte man seine Konzentration dem letzten Vortrag des Osterlehrganges, von Lasse Koslowski, über Kommunikation mit den Spielern, Trainern und Verantwortlichen widmen, dem man ebenfalls viel Neues abgewinnen konnte.

Gruppenfoto im Berliner Landesleistungszentrum – © JLK

Die Gäste sagen Danke

Danach zeigte sich wieder einmal, dass Schiedsrichter auch hervorragende Grillmeister sind und so gab es, um mal ein Zitat einzuwerfen »endlich mal schön Fleisch!«. Nach dem Grillen hieß es offiziell »Feedbackrunde«, zunächst gab es aber eine Riesenüberraschung: Die auswärtigen Schiedsrichter bedankten sich für den Lehrgang, die Gastfreundschaft und die nette Umgangsweise – und wie! Ein Deutschlandplakat, auf dem sich jeder verewigte (auch, wenn die Wiener ihren Heimatsort andeuten mussten) und einen Osterkorb für jeden Berliner – tolle Geste, DANKE!

Bei der Feedbackrunde, die dann im Anschluss an diese überraschung stattfand, kamen allerlei Tipps und Rückmeldungen über den Osterlehrgang 2010 auf. Was hatte gefallen, was war verbesserungswürdig, vieles wurde diskutiert. Nach dieser langen, aber auch aufschlussreichen und nicht zu letzt sehr amüsanten Runde, aus der sicherlich vieles mitgenommen wird, ließen wir den Osterlehrgang in gemeinsamer Runde ausklingen. Was soll man dazu sagen … es war großartig.

Am Freitagmorgen hieß es dann Koffer packen, Betten abziehen und ein letztes mal im Landesleistungszentrum frühstücken. Eine kurze Lehrgangsauswertung, Ergebnisse der Regeltests und dann war der Lehrgang auch schon zu Ende. Hier und da wurden noch einmal kurz Informationen ausgetauscht, man verabschiedete sich von den andern und dann ging''s ab ins Auto, Bus, Zug, Flugzeug, oder wie man eben abreiste. Zwar traurig über das Ende eines wunderbaren Lehrganges, aber nicht ohne das Wissen, viele und nützliche Informationen für seine Schiedsrichterkarriere mitgenommen zu haben, kam man dann nach einem rundum gelungenen Osterlehrgang 2010 zu Hause an.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren Uwe, Jens, Robert, die klasse Referenten und nicht zu vergessen an Ralf, der zwar nur kurz erscheinen konnte, aber immer mit vollem Elan dabei ist.

DANKESCHöN!

Jonas Retzlaff und Tim Horacek